Projekte
14.10.2013

Kunstpreis mit Nachschlag

Gruppensieger: Museumsdirektorin Kirsten Bauman (2.v.links) und Martin Kayenburg (am Rednerpult) gratulieren den Künstlern. MARCUS DEWANGER

Gruppensieger: Museumsdirektorin Kirsten Bauman (2.v.links) und Martin Kayenburg (am Rednerpult) gratulieren den Künstlern. MARCUS DEWANGER

Große Resonanz: 500 Gäste kamen gestern

Große Resonanz: 500 Gäste kamen gestern

Schleswig-Holsteinische Wirtschaft zeichnet „Norddeutsche Realisten“ aus und verdoppelt Preisgeld für SymposiumSchleswigWenn die Gottorfer Ausstellung „Realismus in Norddeutschland“ am 20. Oktober endet, wird die Rekordmarke von mehr 15 000 Besuchern deutlich überschritten sein. Dafür sorgten gestern in der Reithalle auch die gut 500 Gäste, die an der Verleihung des Kunstpreises der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft an die Künstlergruppe der „Norddeutschen Realisten“ teilnahmen. So voll war es selten bei einer Preisverleihung.„In diesem Jahr kommt ziemlich viel auf einmal – selbst für uns Realisten“, meinte schmunzelnd Nikolaus Störtenbecker, der die Gruppe 1989 ins Leben gerufen hat. Er sollte Recht behalten. Denn nachdem Störtenbecker in seiner Dankesrede erklärt hatte, dass das Preisgeld von 5000 Euro nicht unter den Künstlern aufgeteilt, sondern für ein Malersymposium an der schwedischen Schärenküste genutzt werden soll, dort allerdings das Leben sehr teuer sei, gab es einen Nachschlag. Martin Kayenburg, Vorsitzender des Rates der Dietrich-Schulz-Stiftung, die von der Studien- und Fördergesellschaft der schleswig-holsteinischen Wirtschaft getragen wird, erklärte, dass das Preisgeld für das Projekt verdoppelt werde.So viel Engagement der Wirtschaft für die Kunst erhoffte sich die neue Direktorin des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte auf Schloss Gottorf, Kirsten Baumann, auch weiterhin. Immer häufiger wendeten sich große Sponsoren dem Sport oder sozialen Projekten zu, sagte sie. Dabei benötige gerade die Kultur die Unterstützung der Wirtschaft. Diese bescherte dem Museum mit der Preisverleihung eine Premiere: Zum ersten Mal wurde nicht ein einzelner Künstler, sondern eine ganze Gruppe ausgezeichnet.Die insgesamt 18 Maler, die mit Werken in der von Dr. Thomas Gädeke kuratierten Ausstellung vertreten sind, haben nicht nur den Stiftungsrat der Kunststiftung überzeugt. „Der Funke ist übergesprungen“, sagte Gädeke zur großen positiven Resonanz auf die Bilderschau. Der stellvertretende Direktor des Landesmuseums erinnerte an den Kasseler Kunstprofessor Manfred Bluth, der mit der Gründung der Künstlergruppe „Schule der neuen Prächtigkeit“ den Impuls für die norddeutsche Allianz der Freilicht-Maler gegeben habe.„Eigentlich ist es erstaunlich, dass es unsere Gruppe überhaupt gibt“, meinte Nikolaus Störtenbecker. Tatsächlich lebt der Kreis nicht von Statuten, sondern von der Vielfalt seiner Mitglieder. Auf unterschiedlichste Art schlagen sie der gegenständlichen Malerei eine Bresche und wecken das Interesse vieler Menschen an der Kunst, wie die vollbesetzte Reithalle bei der Preisverleihung bewies. Unter ihnen neben Störtenbecker zahlreiche weitere Mitglieder der Künstlergruppe.Stephan Richter

Quelle: Artikel aus dem Schlei-Boten 14.10.2013 Seite 12